Ich träume mit offenen Augen Wirklichkeiten. Schwanengesänge

MUSIKTHEATER UA Februar 2026, Monforthaus, Feldkirch.

Für die Jubiläumsproduktion „Ich träume mit offenen Augen Wirklichkeiten. Schwanengesänge.“ von walktanztheater.com komponierte Marcus Nigsch die Musik zu Gedichten der expressionistischen Dichterin Else Lasker-Schüler. Die Inszenierung von Brigitte Walk feierte am 11. Februar im Montforthaus Feldkirch Premiere und entstand anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Kompanie.

Ausgehend von der bildreichen, oft zwischen Sehnsucht, Ekstase und Zerbrechlichkeit schwebenden Sprache Lasker-Schülers entwickelte Nigsch eine vielschichtige musikalische Dramaturgie. Seine Komposition verbindet vokale Elemente, instrumentale Klangräume und rhythmische Strukturen zu einer Musik, die gleichermaßen atmosphärisch und körperlich erfahrbar ist.

Im Zentrum stehen mehrere (Mein Liebeslied, Trieb, Weltflucht) neu komponierte Lieder auf Texte der Dichterin, die von der Sopranistin Jelena Dojčinović interpretiert werden. Um diese vokalen Inseln herum entfalten sich klangliche Landschaften, die zwischen lyrischer Intimität, expressiven Ausbrüchen und tänzerischer Energie wechseln. Die Musik reagiert dabei sensibel auf Bewegung, Raum und Sprache – sie begleitet nicht nur den Tanz, sondern bildet ein eigenes dramaturgisches Geflecht, das die Szenen trägt, verdichtet und erweitert.

Charakteristisch für Nigschs kompositorische Handschrift ist die Verbindung klarer musikalischer Gesten mit einer starken atmosphärischen Dichte. Klang wird dabei als Raum gedacht – als emotionaler Resonanzkörper, in dem sich Text, Bewegung und Architektur begegnen können.

In der Inszenierung wird auch das Montforthaus Feldkirch selbst Teil der künstlerischen Konzeption. Die transparente Glasarchitektur des Hauses, seine Blickachsen und offenen Räume werden dramaturgisch in das Stück eingebunden. Innen- und Außenraum, Publikum und Ensemble, Klang und Bewegung treten in einen Dialog.

So entsteht ein vielschichtiges Gesamtkunstwerk aus Tanz, Musik, Sprache und Architektur, in dem sich poetische Bilder, körperliche Bewegung und musikalische Klangräume zu einer atmosphärischen Theatererfahrung verbinden.

Ein Dialog von Architektur und Tanz/Musik/Text/Licht.

Inszenierung: Brigitte Walk

Ausstattung: Sandra Münchow

Musik: Marcus Nigsch

Choreographie: Ensemble

Tanz: Marina Rützler, Silvia Salzmann, Elenita Queiroz, Fabian T Huster, Kilian Haselbeck

Schauspiel: Helga Pedross

Gesang: Jelena Dojčinović

Mitspieler:innen: Nimatullah Behbodi, Paula Czizegg, Nicole Holzer, Bohdan Mysan, Renate Rigger, Masal Saskin, Magdalena Scherer, Lena Voznyuk

Lichtdesign: Andreas Aichholzer

Fotos: Sarah Mistura

Maske: Claudia Rohlfing / Lena Voznyuk

Assistenz: Bohdan Mysan

Konzept: Brigitte Walk / Sandra Münchow

Produktionsleitung: Marina Höfler

Technische Leitung: Andreas Aichholzer / Montforthaus

Regieassistenz: Angela Dockal

Helfer:innen: Alice Mansfield / Martina Steckel

Design: sägenvier designkommunikation

Marcus Nigsch